Kartenzustand bewerten: von Near Mint bis Poor
Stand: 10.09.2026

Der Zustand wird in Europa nach der europäischen Zustandsskala in sieben Stufen angegeben. Neben der Seltenheit ist er der größte Hebel für den Wert — und er wirkt in beide Richtungen unterschiedlich stark.
Nach oben bringt der Zustand zehn Prozent, nach unten kostet er neunzig.
Die sieben Stufen und was sie kosten
| Stufe | Anteil vom NM-Preis | Woran du sie erkennst |
|---|---|---|
| Mint (M) | 110 % | praktisch druckfrisch, auch die Zentrierung einwandfrei |
| Near Mint (NM) | 100 % | minimale Spuren, auf den ersten Blick makellos |
| Excellent (EX) | 80 % | leichte, sichtbare Spuren an Ecken oder Kanten |
| Good (GD) | 60 % | deutliche Spuren, aber keine strukturellen Schäden |
| Light Played (LP) | 40 % | stärkerer Abrieb, kleinere Beschädigungen |
| Played (PL) | 25 % | stark bespielt, mehrere Weißungen |
| Poor (PO) | 10 % | Knicke, Risse oder Wasserschäden |
Die Faktoren sind die Zustands-Multiplikatoren, mit denen pkmn.studio rechnet. Marktpreise beziehen sich üblicherweise auf Near Mint — das ist die 100-Prozent-Zeile.
Zwei Dinge fallen an der Tabelle auf. Der erste Schritt nach unten ist der teuerste Einzelschritt in Prozentpunkten: Von Near Mint auf Excellent sind es 20 Prozent, und dafür reicht eine sichtbare Ecke.
Und die Skala ist unsymmetrisch. Perfekte Erhaltung zahlt einen Aufschlag von 10 Prozent, während der Weg nach unten 90 Prozent kostet. Wer im Zweifel strenger einstuft, verliert also wenig — wer zu milde einstuft, verkauft unter Wert oder kauft darüber.
Die vier Prüfkriterien
Für eine ehrliche Einstufung prüfst du vier Kriterien einzeln:
- Ecken: Achte auf Weißungen, Stauchungen und abgerundete Spitzen. Ecken zeigen Verschleiß zuerst.
- Kanten: Suche Abrieb oder helle Stellen entlang der Schnittkanten, auch auf der Rückseite.
- Oberfläche: Kippe die Karte ins Streiflicht und achte auf Kratzer, Druckstellen, Knicke und Verunreinigungen — vorne wie hinten.
- Zentrierung: Vergleiche die Randbreite links/rechts und oben/unten. Ein schiefer Druck drückt die Stufe, selbst wenn die Karte sonst makellos ist.
Wo genaues Einstufen sich lohnt
Die Faktoren oben sind relativ — sie wirken auf den Grundpreis. Bei einer Common im Cent-Bereich macht der Unterschied zwischen NM und PL wenige Cent aus, bei einer 200-Euro- Karte 150 Euro.
Genau einstufen lohnt sich deshalb bei den wertvollen Stücken. Bei der Masse reicht eine grobe Einteilung, ohne dass die Sammlungsbewertung nennenswert leidet.
Ehrlich einstufen zahlt sich aus
Wer zu hoch einstuft, riskiert Reklamationen und Rücksendungen. Eine eher streng bewertete Karte verkauft sich dagegen reibungslos, weil der Käufer bekommt, was er erwartet — und die Asymmetrie der Skala macht Strenge ohnehin billig.
Für eine unabhängige, versiegelte Bewertung siehe Pokémon-Karten graden lassen. In pkmn.studio fließt der erfasste Zustand automatisch in den Marktwert ein — mehr dazu unter Bewerten.
Häufige Fragen
- Reicht „gut aussehend" als Einschätzung?
- Nein, ein Gesamteindruck übersieht zu viel. Eine Karte kann auf den ersten Blick ordentlich wirken und trotzdem an einer Ecke weiß oder klar außermittig gedruckt sein. Prüfe deshalb die vier Kriterien — Ecken, Kanten, Oberfläche, Zentrierung — einzeln und bei gutem Licht. Erst aus dem schwächsten Kriterium ergibt sich die Stufe: Eine einzelne deutliche Schwäche zieht die Bewertung nach unten, auch wenn der Rest makellos ist. Das dauert pro Karte nur Sekunden und schützt vor teuren Fehleinschätzungen.
- Was ist der Unterschied zwischen Mint und Near Mint?
- Mint bedeutet praktisch druckfrisch: keine sichtbaren Spuren an Ecken, Kanten und Oberfläche, dazu eine saubere Zentrierung. Near Mint erlaubt minimale Gebrauchsspuren, die du erst bei genauem Hinsehen bemerkst: Die Karte wirkt makellos, ist es aber nicht ganz. In der Praxis ist echte Mint-Qualität selten, weil schon das Auspacken und Einsortieren feine Spuren hinterlässt. Der Handel bewertet die meisten gut erhaltenen Karten deshalb als Near Mint, und Marktpreise beziehen sich üblicherweise auf diese Stufe.
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